


In Deutschland leben nach aktuellen Schätzungen rund 8–9 Millionen Menschen mit Diabetes, jedes Jahr kommen etwa 450.000 Neuerkrankungen hinzu. Der Großteil (über 90 %) hat Typ-2-Diabetes, oft in Verbindung mit Übergewicht, Bewegungsmangel und genetischer Veranlagung. Typ-1-Diabetes tritt seltener auf, beginnt aber häufig bereits im Kindes- oder Jugendalter.
Trotz moderner Behandlungsmöglichkeiten bleibt Diabetes eine ernst zu nehmende Erkrankung, weil das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Augen- und Nierenschäden erhöht ist.
Auch die sexuelle Gesundheit kann leiden: Langfristig erhöhte Blutzuckerwerte können bei Männern aufgrund von Gefäß- und Nervenschäden zu Erektionsstörungen führen; Schätzungen zufolge ist etwa jeder zweite Mann mit Diabetes im Laufe seines Lebens betroffen. Medikamente wie Viagra können in solchen Fällen vorübergehend helfen; die Basis bleibt jedoch eine möglichst gute Diabeteskontrolle.
Tresiba ist ein modernes, ultralangwirksames Basalinsulin, das etwa 42 Stunden eine stabile Insulinwirkung entfalten kann. Dadurch kommt es zu weniger Schwankungen im Blutzucker und oft zu mehr Flexibilität bei der Wahl des Injektionszeitpunkts. Viele Betroffene profitieren dadurch von einer „glatteren“ Blutzuckerkurve und möglicherweise weniger nächtlichen Hypoglykämien.
Tresiba wird einmal täglich unter die Haut injiziert und kann bei Typ-1- wie bei Typ-2-Diabetes verwendet werden. Es ist sowohl für Erwachsene als auch für Kinder ab 1 Jahr (unter spezialärztlicher Aufsicht) zugelassen.
Tresiba ist der Markenname für Insulin degludec, ein Basalinsulin von Novo Nordisk. Nach der subkutanen Injektion bilden sich unter der Haut sogenannte Multihexamere, aus denen Insulin sehr langsam freigesetzt wird.
Es gibt zwei Konzentrationen:
Tresiba wird als Basalinsulin bei Typ-1-Diabetes (zusätzlich zu schnellwirksamem Mahlzeiteninsulin) und bei Typ-2-Diabetes verwendet, wenn Tabletten allein nicht mehr ausreichen oder eine stabilere, flexiblere Basalinsulintherapie gewünscht ist.
Durch die sehr langsame und gleichmäßige Freisetzung entsteht ein stabiler, nahezu spiegelglatter Insulinverlauf („Hintergrundspiegel“). Das:
Tresiba wird täglich injiziert, sodass sich ein gleichmäßiger Insulinspiegel aufbaut. Es ersetzt keine Mahlzeiteninsuline – bei Typ-1-Diabetes sind zusätzlich schnellwirksame Insuline zu den Mahlzeiten notwendig, bei Typ-2-Diabetes häufig weiterhin Tabletten oder bei Bedarf zusätzliches Mahlzeiteninsulin.
Tresiba wird einmal täglich, idealerweise jeden Tag etwa zur gleichen Zeit, unter die Haut gespritzt (Bauch, Oberschenkel oder Oberarm; FlexTouch-Pen).
Allgemeine Anwendungshinweise:
Die exakte Dosis wird individuell festgelegt:
Ihr Diabetes-Team unterstützt Sie bei der schrittweisen Anpassung der Dosis.
Der Pen passt die abgegebene Menge automatisch an die Konzentration an – 30 E sind immer 30 E, nur das Volumen unterscheidet sich.
Tresiba ist für Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes vorgesehen, die ein Basalinsulin benötigen und insbesondere von einem sehr stabilen Profil, geringerer Tag-zu-Tag-Variabilität oder höherer Flexibilität beim Injektionszeitpunkt profitieren können. Typische Situationen:
Bei geplanter Schwangerschaft wird häufig auf Insuline mit mehr Datenlage in der Schwangerschaft (z. B. NPH oder Insulin detemir) umgestellt.
Ja, Tresiba ist ausführlich klinisch untersucht und wird weltweit seit Jahren verwendet. Das Sicherheitsprofil ähnelt anderen Insulinen, mit Hypoglykämie als häufigster Nebenwirkung. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind moderate Gewichtszunahme, Reaktionen an der Injektionsstelle oder sehr selten allergische Reaktionen.
Setzen Sie Tresiba niemals ohne ärztliche Rücksprache ab.
Ein Wechsel auf andere Insuline oder eine Insulinpumpe muss geplant und eng ärztlich begleitet werden.
Tresiba wird häufig kombiniert mit:
SGLT2-Hemmern oder GLP-1-Rezeptoragonisten (z. B. Semaglutid/Ozempic) zur zusätzlichen Glukosekontrolle, Gewichtsreduktion oder Herz-/Nierenschutz.
Alle Anpassungen und Kombinationen sollten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abgestimmt werden, da sich der Insulinbedarf verändern kann.
Tresiba ist rezeptpflichtig. Sie benötigen ein Rezept von Ihrer Hausärztin, Ihrem Hausarzt oder einer Fachärztin/einem Facharzt (z. B. Internistin, Endokrinologe).
Wenn Sie Ihr Rezept digital einreichen und eine gekühlte Lieferung nach Hause wünschen, kann eine Versandapotheke praktisch sein. Viele Anbieter bieten Wiederholungsservices an (z. B. alle 3 Monate). Wichtig: nur seriöse, zugelassene Apotheken nutzen und rechtzeitig bestellen.
Tresiba wird einmal pro Tag gespritzt. In Absprache mit Ihrem Diabetes-Team wählen Sie einen Zeitpunkt (z. B. jeden Abend gegen 22 Uhr). Aufgrund der ultralangen Wirkung besteht etwas Spielraum, wenn Sie einmal früher oder später spritzen – dennoch sollten Sie möglichst bei einem regelmäßigen Schema bleiben.
Tresiba kann eine Option sein, wenn:
Richtlinien empfehlen in der Schwangerschaft meistens Insuline, zu denen besonders viele Sicherheitsdaten vorliegen, etwa NPH oder Insulin detemir (Levemir). Tresiba wird daher in der Schwangerschaft meist nicht als erste Wahl eingesetzt. Bei Kinderwunsch oder bestehender Schwangerschaft wird Ihr Behandlungsteam in der Regel auf ein besser untersuchtes Basalinsulin umstellen.
Haben Sie Fragen zu diesem Medikament? Unser Kundenservice ist per E-Mail erreichbar.
Zuletzt geändert am 26.11.2025